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Nicholas Roehrich

 

Aus dem großen kosmischen Spiegel,
ohne Anfang und ohne Ende,
wurde die menschlische Gesellschaft manifest.

Zu der Zeit entstand auch Befreiung und Verwirrung.

Als Furcht und Zweifel auftraten
gegenüber dem Vertrauen, das vom Ursprung her frei ist, erhoben sich Feiglinge ohne Zahl.

Wo man sich dem vom Ursprung her freien Vertrauen freudig überließ,
erhoben sich Krieger ohne Zahl.

Die zahllosen Horden von Feiglingen
verbargen sich in Höhlen und Dickichten.
Sie töteten ihre Brüder und Schwestern und aßen ihr Fleisch,
sie folgten dem Beispiel der Tiere,
sie versetzten einander in Angst und Schrecken.

So nahmen sie sich selbst das Leben.
Sie schürten ein großes Feuer des Hasses,
beständig wühlten sie  den Schlamm im Strom der Lust auf,
sie suhlten sich im Sumpf der Trägheit:

Das Zeitalter von Hunger und Seuchen brach an.
Von denen, die dem ursprünglichen Vertrauen treu blieben,
den vielen Kriegsscharen,
gingen manche in die Berge der Hochländer
und errichteten herrliche Kristallburgen.

Manche gingen in die Länder der lieblichen Seen und Inseln
und bauten dort schöne Paläste.

Manche gingen in die milden Ebenen
und legten Felder an für Gerste, Reis und Weizen.
 

Sie lebten immer ohne Streit,
stets liebevoll und sehr großzügig.
 

Ohne Ansporn, nur durch ihre Unergründlichkeit, die aus
sich selbst heraus besteht,
bleiben sie stets dem königlichen Rigden ergeben.
 

aus Chöyam Trungpa: Das Buch vom meditativen Leben.
Die Shambala-Lehren vom Pfad des Kämpfers zur Selbstverwirklichung im täglichen Leben

Nicholas Roehrich

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